Tomas Tranströmer erhält den Literaturnobelpreis 2011

Die Wettquoten behielten am Ende recht. Der Nobelpreis für Literatur 2011 geht an den schwedischen Dichter Tomas Tranströmer (Jahrgang 1931), der sich in den letzten Stunden im Ranking der Wettagentur Ladbrokes klar auf Platz 1 vor Bob Dylan und Haruki Murakami platzierte.

Tranströmers Name tauchte in den letzten Jahren regelmäßig auf der Liste der wahrscheinlichen Anwärter auf den Literaturnobelpreis auf. Gilt der 80jährige Diplompsychologe und Sohn einer Journalistenfamilie aus Stockholm doch als einer bedeutensten Lyriker unserer Zeit.

Sein erster Gedichtband „17 dikter“ erschien bereits 1954. Seither veröffentlichte er nur zehn weitere und noch dazu recht schmale Bände mit Gedichten. Und doch beeindruckte er die Kritiker weltweit. Inzwischen ist Tranströmer der meistübersetzte skandinavische Dichter in der englischsprachigen Welt des 20. Jahrhunderts. Sein Werk ist in mehr als 30 Sprachen übertragen worden. Auf deutsch (Übersetzung: Hanns Grössel) sind seine Gedichte im Hanser Verlag erschienen.

In der Begründung der Akademie hieß es, Tranströmer habe den Preis bekommen, weil er „uns in komprimierten, erhellenden Bildern neue Wege zum Wirklichen weist.“

Tranströmers Werk ist trotz dieser eindrucksvollen Zahlen einer breiten Leserschaft in Deutschland unbekannt. Und es steht zu befürchten, dass daran auch der Nobelpreis nichts ändern wird. Werke von Literaturnobelpreisträgern sind nicht automatisch Verkaufsschlager, und insbesondere Lyrik verkauft sich oftmals nur an Liebhaber.

Zur Einstimmung für Lyrikliebhaber und solche, die es werden wollen, hier ein paar Reime aus der Feder von Tomas Tranströmer:

Ein Telephongespräch lief in die Nacht aus und glitzerte
im Land und in den Vorstädten.
Danach schlief ich unruhig im Hotelbett.
Ich ähnelte der Nadel eines Kompasses, den der
Orientierungsläufer mit pochendem Herzen durch den Wald trägt.

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