Die Lesenswertliste der Woche

– weil das Leben am Ende dich wichtiger ist als das Lesen mit eineinhalb wöchiger Verzögerung.

Platz 1. Irène Némirovsky, Suite francaise: Sommer 1940 in Paris und wie reagiert der Mensch in Situationen existenzieller Bedrohung? Die wiederentdeckte Starautorin aus dem Frankreich der 30er Jahre ist eine ebenso gute Beobachterin wie Erzählerin.

Platz 2. Junot Díaz, Das kurze wundersame Leben des Oscar Wao: Wie kann man so unglaublich viele wunderschöne Sätze schreiben? Und dann auch noch alle nacheinander? Wie kann so viel Traurigkeit so leicht und so glücklich machen?

Platz 3Harald Martenstein, Der Sog der Masse, in: Die Zeit Nr. 46Es lebte die Reaktanz!

Platz 4. William Boyd, Eines Menschen Herz: Alles, was ich mittlerweile von William Boyd gelesen habe, ist klasse. Eines Menschen Herz hat mich besonders begeistert.

Platz 5. Oscar Wilde, Bunbury: Denn Oscar Wilde erinnert uns an die Bedeutsamkeit, ernst zu sein und setzt dabei die Ansichten und Gepflogenheiten der britischen Upper Class provokant und wortgewandt in Szene.

Platz 6. Matthias Stolz, Der Beschwerdeführer, in Zeit Magazin Nr. 46: Eine infografische Intervention gegen die lockere Beschwerdezunge von Restaurantbesuchern, die alltagsstressbedingt gerne jedes Haar in jeder Suppe finden möchten.

Platz 7. Osamu Tezuka, Adolf: Ein spannender Comic-Thriller, der zeigt, dass das deutsch-jüdische Verhältnis auch eine japanische Sichtweise hat.

Platz 8. Volker Kutscher, Der nasse Fisch, Das Hörbuch, gelesen von Sylvester Groth: Eine historische Reise durch Berlin. Ein Buch, das mir dabei hilft, die Stadt, in der ich wohne besser kennenzulernen.

Platz 9. Rainer Erlinger, Die Gewissensfrage, in Süddeutsche Zeitung Magazin Nr. 46: Die Gewissensfrage zum an-die-Wohnungstür-hängen zur Beseitigung jeder Zweifel was Ordnung im gemeinschaftlichen Hausflur angeht.

Platz 10. Nicht jetzt, Beileger des Kein und Aber Verlages: Diese erst auf den zweiten Blick als Werbung erkennbare Broschüre des Kein und Aber Verlages (die unter anderem am vergangenen Freitag der Süddeutschen Zeitung beilag) versüßte mir die erste Tasse Kaffee mit schönen Erlebnisberichten der Autoren des Verlages über das Zusammentreffen mit ihren Lesern.

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