Im Kino: Eine Liebeserklärung aus dem Exil

Foto: PROKINO

Marjane Satrapi (42) ist eine Patriotin im Exil. Obwohl eine Rückkehr in ihre Heimt sie das Leben kosten könnte, ist auch ihr neuer Film, der heute in die deutschen Kinos kommt, eine Hommage an Iran.

In Huhn mit Pflaumen (hier geht’s zum Trailer!) – nach Persepolis bereits Satrapis zweiter Film, der auf einem eigenen Comic beruht, diesmal jedoch kein Animations-, sondern ein klassischer Spielfilm – erzählt sie die Geschichte ihres Großonkels, des weltberühmten Geigers Nasser Ali Khan, der im Teheran des Jahres 1958 Selbstmord begehen will. Seiner Frau und seinen Kindern überdrüssig trauert er der Liebe seines Lebens nach, die einen anderen geheiratet hat.

Nassers Bruder ist Kommunist, in einer Zeit, da der wieder erstarkte Schah Mohammad Reza Pahlavi mit äußerster Härte gegen die Gegner der Monarchie vorgeht und Kommunisten verhaften, foltern und töten lässt. So erzählt Huhn mit Pflaumen von Enttäuschungen in Liebe und Politik und zeichnet doch zugleich ein liebevolles Bild der unberechenbaren aber wunderschönen Heimat seiner Autorin.

Foto: Edition Moderne

Marjane Satrapi, deren Erstlingswerk Persepolis (das in 25 Sprachen übersetzt, über eine Million mal verkauft und dessen Verfilmung 2008 mit einer Oscar-Nominierung ausgezeichnet wurde) über Nacht berühmt wurde, verließ Iran 1994. Seither lebt sie im Pariser Exil. Ihre Eltern hat sie seitdem nur in Frankreich getroffen. Viele ihrer Freunde nie wieder gesehen. Ihren beruflichen Erfolg würde sie, so sagt sie, liebend gerne gegen ein freies Leben in ihrer Heimat eintauschen.

Huhn mit Pflaumen basiert auf dem gleichnamigen Comic, der im Schweizer Verlag Edition Moderne erschienen ist. In den Hauptrollen des Kinofilmes spielen: Mathieu Amalric, Chiara Mastroianni, Isabella Rossellini und Maria De Medeiros.

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