Schlagwort: Josef Bierbichler

Die Lesenswertliste der Woche

Platz 1. Jeffrey Eugenides, Liebeshandlung: Denn es ist unterhaltsam, wie der Autor versucht, als 50-Jähriger aus der Perspektive einer 22-jährigen College-Studentin zu schreiben. Da fallen dann zwar mal Sätze, wie „sie fragte sich, warum alle so gemein zu ihr waren“, aber der geneigte Leser darf Madeleine auch in ihre ersten Literaturseminare (Semiotik u.a.) begleiten und das ist fast ein bisschen so, als würde man Derrida und Kollegen noch mal neu kennenlernen.

Platz 2Asfa-Wossen Asserate, Draußen nur Kännchen: Weil der Autor, ein äthiopischer Prinz, der vor Jahren schon mit seinem ersten Buch Manieren in meinem Regal landete, ein besonderes Portrait seiner deutschen Wahlheimat zeichnet

Platz 3. Jan Brandt, Gegen die Welt: Denn stammen wir nicht alle irgendwoher aus der deutschen Provinz?

Platz 4. Alex Capus, Léon und Louise: Nicht unbedingt wegen der Geschichte empfehlenswert, denn die ist nicht neu. Aber diese Sprache… – von einfacher Klarheit und doch bezaubernder Poesie. In der Grauzone zwischen Roman und Dokumentation. Lesen!

Platz 5. Benno Pludra, Bootsmann, Lütt Matten und all die anderen – Die schönsten VorlesegeschichtenWeil dieses Buch verzaubert. In poetischen Erzählungen verwandelt sich der Autor in einen Märchenerzähler, lässt Tiere sprechen und Steine Wundersames vollbringen, so dass man sich am Ende verträumt die Augen reibt.

Platz 6. Banksy, Wall and Piece: Allein schon wegen des Zitats eines Metropolitan Police Sprechers auf der Rückseite: „There’s no way you’re going to get a quote from us to use on your book cover“ – ganz zu schweigen von den genialen Bildern

Platz 7. Josef BierbichlerMittelreichDas Hörbuch. Vom Autor gelesen. Denn Bierbichler ist Schauspieler und seine Lesung köstlich.

Platz 8. Walter Moers, Die Stadt der träumenden Bücher. Das Hörbuch. Gelesen von Dirk Bach: So stimme ich mich auf Walter Moers‘ neues Buch ein.

Platz 9. Heike Koschyk, Die Alchemie der Nacht: Denn die Autorin liest nicht nur live wunderbar vor und erinnert stimmlich an Ruth Maria Kubitschek, sondern ihr Buch ist auch eine gelungene Kombination aus sorgfältigst recherchierter Wissensvermittlung über das 18. Jahrhundert und einem spannenden Kriminalfall.

Platz 10. Peer Steinbrück, Unterm Strich: Denn der Autor versteht wovon er spricht und bringt es auf den Punkt.

Die Lesenswertliste der Woche

Platz 1. Josef Bierbichler, Mittelreich: Mein Buch der Woche, weil es ein Stück Geschichte meines Zuhauses erzählt.

Platz 2. Nina Pauer, Wir haben keine Angst: Weil ich wissen will, wie verquer meine Generation ist.

Platz 3Marcel Proust, Auf der Suche nach der verlorenen Zeit: Es ist phantastisch, wie viele Anregungen dieses Buch gibt, sich und die Welt in der man lebt, neu zu begreifen.

Platz 4. Tommie Bayer, Das Aquarium: Weil Bayer einer der wenigen zeitgenössischen deutschsprachigen Autoren ist, der erotische Spannung auf hohem literarischen Niveau erzeugen kann.

Platz 5. Patricia McCormick, Verkauft: Weil es sehr direkt, ehrlich, realistisch und oft schockierend die Geschichte von Lakshmi in Nepal beschreibt. Manchmal habe ich Stellen nochmal gelesen, weil ich gar nicht glauben konnte, was dort stand und passiert ist.

Platz 6. William Gibson, Neuromancer: Weil es mit dem Cyberpunk die Zukunft voraussehen wollte, die heute schon Vergangenheit ist.

Platz 7. Patrick Rothfuss, Die Furcht des Weisen, Teil 1: Weil ich auf dieses Buch seit Monaten warte!!!

Platz 8. Jan Philipp Sendtkner, Das Herzen-hörenWeil es mir ein besseres Gefühl für Burma gibt, als jeder Reiseführer das könnte, und ich bald nach Burma reise.

Platz 9. Kenneth Rogoff, Dieses Mal ist alles anders: Weil acht Jahrhunderte Finanzkrisen alles andere als langweilig sind.

Platz 10. Stephen Hawking, Der große Entwurf: Weil Hawking ein lesbarer Fachautor ist, der spannend, differenziert, fachlich anspruchsvoll und doch gut lesbar über Naturwissenschaften bis hin zu philosophischen Betrachtungen schreibt, ohne anstrengend zu sein.